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Hoher Besuch beim VfB

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Er kam und brachte  BĂ€lle und viel Zeit zum Zuhören mit: WFV-PrĂ€sident MATTHIAS SCHÖCK und seine Delegation aus VerbandsfunktionĂ€ren der Landes-und Bezirksspitze. "Verbandsdialog" nennt sich diese neue bundesweite DFB-Aktion. Innerhalb des WFV-Gebietes reist Schöck seit Start der Verbandsdialoge nahezu jede Woche zu einem anderen Verein. Auf Vorschlag des Bezirksvorsitzenden Donau-Iller MANFRED MERKLE wurde der VfB Ulm fĂŒr diesen Besuch ausgewĂ€hlt. Es ging darum, auszuloten, wo den Verein, und im Speziellen die Fußballabteilung, vielleicht der Schuh drĂŒckt? Oder wo etwas gut lĂ€uft ?

SCHÖCK informierte ĂŒber den Status Quo in der Verbandspolitik. Ausgehend vom Amateurfußballkongress 2012 in Kassel habe der Bundestag im Oktober 2013 beschlossen, dass in den LandesverbĂ€nden unter Beteiligung aller Verbandsebenen - also von der Basis bis zur Spitze - ein Fußball-Masterplan aufzustellen sei. FĂŒr den WFV sei ein zentraler Strategiepunkt der kontinuierliche Kontakt zu den Vereinen - weshalb bisher schon 40 Vereinsdialoge im WFV-Gebiet stattgefunden hĂ€tten. Schöck fasste seine Erfahrung aus den bisherigen Treffen mit Vereinsspitzen zusammen: "Die Themen sind vergleichbar - die Vereine haben heute nahezu mit den gleichen Problemen zu kĂ€mpfen".

Eines dieser gemeinsamen Probleme heißt: Immer weniger Vereinsmitglieder sind bereit, sich langfrsitig ehrenamtlich einzubringen. Das war denn auch einer der drei Hauptpunkte, die die Fußballabteilungsleiter des VfB Ulm HOLGER PLUSKAT und ROLAND WILL , sowie Jugendleiter KLAUS FINK vorzutragen hatten. FINK: " Ist wird  immer schwieriger, oder fast schon unmöglich, Eltern von kickenden Kindern fĂŒr Fahrdienste, VerkaufsstĂ€nde oder andere TĂ€tigkeiten rund um Spielbetrieb und Training einsetzen zu können." Dazu SCHÖCK: "Das ist landauf, landab in Vereinen, nicht nur im Sport , auch im Musikverein der Fall."  Er erklĂ€rte, es habe sich andernorts schon gezeigt, dass Eltern und Mitglieder zwar tatsĂ€chlich nicht mehr in dem Maße wie frĂŒher bereit seien, Verantwortung langfristig zu nehmen. Wohl aber seien einige Mitglieder bereit, projektbezogen TĂ€tigkeiten zu ĂŒbernehmen. PLUSKAT ĂŒber die mangelnde PrĂ€senz vieler Eltern: "Wir haben manchmal hier mehr Zuschauer vom Gastverein als vom eigenen Heimverein".

BERTRAM HOLZ, Vorsitzender des VfB Ulm gab unter Zustimmung zu bedenken, dass es ein Stadtteilverein da sicher auch schwerer habe als ein Verein auf dem Land. SCHÖCK riet zu einer emotionalen Kampagne, wie sie auch der DFB und der WFV schon angestoßen hĂ€tten: "Das ist kein Amt, sondern eine Ehre, dabeisein zu dĂŒrfen. Und man muss den Leuten die Angst nehmen, wenn sie ein Amt ĂŒbernehmen, werden sie es nie wieder los." WFV-Vorsitzender , VfB-ler und Eselsberger Dr. WOLFGANG ZIEHER sah in der Stadtteillage des Vereins mit seinem hohen Mitgliederanteil an Menschen mit internationalen Wurzeln (nahezu 80% in der Fiußballjugend)  und der hohen Fluktuation ( Studierende, die kommen und gehen) eine Chance: "Dynamik kann doch eine Chance sein! Zudem ist die Stadt Ulm gefordert, UnterstĂŒtzung zu bieten, wo der Verein soziale Stadtteilarbeit ĂŒbernimmt".

Ein großen Diskussionsbedarf  gab es zum Thema "Rassismus im Fußballl". PLUSKAT schilderte die Situation. Demnach gebe es bei den Aktiven Spieler aus elf verschiedenen NationaliĂ€ten. Sie alle gingen respektvoll und kameradschaftlich miteinander um - das sei auch großes Anliegen der Vereinsverantwortlichen. Doch immer wieder, so PLUSKAT "begegnen wir AuslĂ€nderfeindlichkeit - meist von außen - und auch im Jugendbereich". Die WFV-Spitze nahm das Thema sehr ernst, stellte viele Nachfragen und bot UnterstĂŒtzung an. JANNIK RUPPERT, Koordinator fĂŒr den Masterplan beim WFV, und selbst vor kurzem nach aktiver Spieler, erklĂ€rte, er persönlich habe im Fußball leider schon allzu viele rassistische Beobachtungen auf dem Spielfeld und im Umfeld machen mĂŒssen. Die WFV-Kampagne "Bleib Fair" sei ein gutes Instrument, aktiv gegen solche Tendenzen aufzustehen und AufklĂ€rungsarbeit zu leisten. Festgehalten wurde, dass RUPPERT kĂŒnftig verstĂ€rkt zusammen mit VfB-Verantwortlichen beim VfB Ulm gegen Rassismus im Fußball aktiv werde. Dazu solle eine Strategie entwickelt werden. Dies insbesondere, da nach PlĂ€nen der Stadt Ulm in der frĂŒheren Hindenburgkaserne kĂŒnftig mehrere hundert FlĂŒchtlinge leben werden, die beim VfB Ulm Sport treiben können. BERTRAM HOLZ: "Wir wollen hier eine Willkommenskultur schaffen."

Großen Raum nahmen auch Fragen und Antworten um Qualifizierungsmaßnahmen von Trainern und Schiedsrichtern ein. PLUSKAT wollte wissen, inwieweit das neue BIldungszeitgesetz, das seit 1. Juli 2015 gilt, auch auf Vereinsfortbildiungen anwendbar sei. MICHAEL HURLER, geschĂ€ftsfĂŒhrender Vize-WFV-Vorsitzender erklĂ€rte dazu, diesbezĂŒglich gebe es noch einige ungeklĂ€rte Fragen, allerdings stehe fest: "Zum 1. Januar 2016 soll eine Rechtsverordnung in Kraft treten, unter die dann Qualifizierungen fĂŒr Trainer und Vereinsfortbildungen fallen." HURLER informierte, der WFV biete bewusst Qualifizierungen dezentral an - so dass nicht immer eine Reise ins Sportzentrum nach Ruit notwendig sei. So gebe es das Regionale Ausbildungszentrum RAZ an verschiedenen Standorten, mit Fortbildungen vor Ort. Das werde auch so bleiben. 

Schließlich ging es noch um das Thema StaffelgrĂ¶ĂŸe und Spielzeiten in den Sommerferien. Das sei, so HURLER, durchaus ein Thema fĂŒr den Verbandstag, auf dem eine Strukturreform zur Beratung anstĂŒnde. GrundsĂ€tzlich aber sei es nur schwer vorstellbar, hinsichtlich der Terminplanungen in allen Regionen Einigkeit und Zufriedenheit zu erreichen.  In seinem Schlusswort betonte MATTHIAS SCHÖCK, es bleibe ein Ziel, dass auch kĂŒnftig jeder Bezirk grĂ¶ĂŸtmögliche Freiheiten behalte. BERTRAM HOLZ bedankte sich fĂŒr die BĂ€lle fĂŒr die Fußballabteilung und fĂŒr den "gelungenen Vereinsdialog auf Augenhöhe".

 

 

Auf dem Foto: 5. von links WFV-PrĂ€sident MATTHIAS SCHÖCK, 7. von links VfB-Vorsitzender Dr. BERTRAM HOLZ, 3. von rechts MANFRED MERKLE Beziurksvorsitzender Donau-Iller
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