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"1:0 für ein Willkommen"

Empfehlung "1:0 für ein Willkommen"
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Bei "1:0 für ein Willkommen" geht es darum, Fußballvereinen beim Helfen zu helfen. So heißt nämlich die bundesweite Initiative der Egidius-Braun-Stiftung, der Fußball-Nationalmannschaft und der Bundesregierung. 600 Vereine in Deutschland erhalten je 500.- Euro aus dem Fördertopf, wenn sie nachweisen können, dass sie sich in besonderem Maße für Integration von Flüchtlingen einsetzen und dafür Geld brauchen. Einer dieser 600 Vereine in Deutschland ist seit Januar 2016 der VfB Schwarz-Rot Ulm. Seine Fußballabteilung reichte den Antrag ein über den WFV-Bezirksvorsitzenden Donau/Iller MANFRED MERKLE. Der ist auch Integrationsbeauftragter des Bezirks. Denn der VfB , speziell seine Fußballabteilung, hat sich schon immer die Integration von Migranten und Flüchtlingen auf die Fahnen geschrieben. Zuletzt wurden aus der benachbarten Flüchtlingsunterkunft Hindenburgkaserne vier junge Asylbewerber aus Westafrika in die beiden aktiven Mannschaften aufgenommen. Dieses Engagement konnte gegenüber dem DFB und der Stiftung umfassend und plausibel dokumentiert werden. Insofern dauerte es nicht lange, bis dem Antrag auf Unterstützung durch das "1:0 für ein Willkommen"-Programm stattgegeben wurde. MANFRED MERKLE  kam persönlich zum VfB auf den Eselsberg, um die neuen VfB-Kicker kennenzulernen und den 500-Euro-Scheck der Egidius-Braun-Stiftung zu übergeben. Er lobte die Abteilungsleitung und die Trainer für ihren Einsatz und ihr beispielhaftes Vorgehen. Das war ein gelungener Einstand für die vier neuen Spieler der Fußballabteilung des VfB Ulm. Seit Januar sind sie offiziell Mitglieder des Vereins - was sie sichtlich stolz macht und erfreut.

Seit November verstärken zwei Togolesen das Team des VfB Ulm: die beiden 19-Jährigen Asylbewerber KOLISAMA ABDOUL WAHAB und IDRISSOU SABIROU. Sie kommen aus Togos zweitgrößter Stadt Sokadé, wo sie das College abgeschlossen haben. Die beiden kamen Anfang des Jahres bereits beim Ulmer Stadtpokal in der Halle zum Einsatz, wo sie voll überzeugten und direkt mit einigen Toren glänzen konnten. Sie haben einen weiteren Landsmann mit zum VfB gebracht, den sie in ihrer Unterkunft in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne kennengelernt hatten: ADAM AZIM. Der 26-Jährige ist gelernter Maler . Als Torwart spielt er genau auf der Position, auf der der VfB händeringend Verstärkung sucht! Neben dem Trio aus Togo ist mit MODOU CESSAY ein weiterer Westafrikaner zum VfB gestoßen. Modou kommt aus Gambia und ist ebenfalls ein überaus talentierter Fußballer, der perfekt ins VfB-Team passt.Abdoul und Idrissous Flucht aus Togo nach Deutschland hat rund ein Jahr gedauert, inklusive einer sehr gefährlichen Überfahrt in einem kleinen klapprigen Boot über das Mittelmeer nach Italien. In Deutschland kamen sie am 21. Juli an. Ihr Weg führte sie über München, Karlsruhe und Mannheim nach Ulm, wo sie seit November leben und schnell den Weg zum VfB fanden. Schließlich liegt der Sportplatz um die Ecke ihrer derzeitigen Unterkunft.Sie sind dort in Achtbett-Zimmern untergebracht, ohne Aufenthaltsraum, TV oder WLAN, so dass der tägliche Deutschkurs und das Fußballtraining wichtige Fixpunkte in ihrem Leben sind, die ein wenig Rhythmus in ihren Tagesablauf bringen. Idrissou möchte gerne Schweißer oder Metallbauer werden, Abdoul Elektriker. Ihren Familien zu Hause geht es gut, wie sie berichten, alle vier haben mehrere Geschwister, die zu Hause geblieben sind.Fußballerisch sind alle vier gut ausgebildet, verstehen sehr schnell bei den Übungen, worum es geht. Noch laufen die Erklärungen meist in Englisch ab, doch immer öfter klappt es auch auf Deutsch. Die Sprachkurse zeigen ebenso Wirkung, wie der Umgang mit den Mannschaftskollegen.

Der offizielle Spielbetrieb des VfB startet am 6. März mit einem Nachholspiel. Am Wochenende darauf beginnt die Rückrunde. Da wird man die vier Westafrikaner sicher regelmäßig in den beiden aktiven Mannschaften des Eselsberg-Clubs sehen. Für die nächste Saison haben sich die "Neuen"übrigens vorgenommen, mit dem VfB aufzusteigen. Sie sagen das mit ihrem fröhlichen, ansteckenden Lachen. Willkommen ADAM , ABDOUL, IDRISSOU und MODOU! Und danke, MANFRED MERKLE!

INFO:

Die nach DFB-Ehrenpräsident Braun benannte Egidius-Braun Stiftung fördert mit ihrer Integrationsinitiative "1:0 für ein Willkommen" Fußballvereine, die sich speziell für Flüchtlinge engagieren, beispielsweise Ideen zur Integration von Flüchtlingskindern entwickelt und konkrete Hilfsmaßnahmen ergriffen haben. 75.000 Euro wurden 2015 von der Stiftung finanziert, 75.000 Euro steuerte die Nationalmannschaft aus ihrem Prämientopf bei. Für 2016 gilt das Gleiche.  Auch die Bundesregierung ist 2015 und 2016 mit jeweils 150.000 Euro dabei.

Auf dem Foto von links nach rechts:

Roland Will (VfB-Ulm Abteilungsleitung Fußball), Adam Azim, Idrissou Sabirou, Manfred Merkle (WFV-Bezirksvorsitzender Donau/Iller), Kolisama Abdoul Wahab, Modou Cessay, Robert Ehrentaler (VfB-Trainer)

 

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